Neubauvorhaben Wo sich bis vor Kurzem noch 78 Garagen und 39 Parkplätze befanden, entstehen nun 40 neue Wohnungen und eine Tiefgarage mit 100 Parkplätzen – 17 weitere Stellflächen gibt es im Außenbereich

Die Kunst des Schönrechnens

Vorher 117, nachher 117 Stellplätze – aber 40 Wohnungen mehr

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Die geplante Erweiterung der Wohnanlage im Rimbertweg in Lokstedt geriet in die Kritik, weil mit dem Neubau von 40 Wohnungen etliche der 117 bisherigen Stellplätze entfallen sollten. Doch nun wurde nachgebessert.

 

Als die Schiffszimmerer Genossenschaft die 202 Wohnungen 1961/62 errichtete, gab es den Schlüssel „0,8 Stellplatz pro Wohnung“ noch nicht. Weil zu der Zeit nicht jede Familie ein Auto hatte, wurden nur 78 Garagen benötigt. Später kamen 39 Parkplätze hinzu, die sich auf der Fläche befanden, die jetzt überbaut wird. Alle 117 Stellplätze entfallen bis zur Fertigstellung des Neubaus Anfang 2015: Die Garagen wurden abgerissen, die Fläche geräumt.

Bei der Neuberechnung der Stellflächen für die künftig 242 Wohnungen im Quartier gab es einen Knackpunkt: Für den Bestand zählen nach wie vor nur die 78 Plätze, die beim Bau der Gebäude vor mehr als 50 Jahren „notwendig“ waren. Die anderen 39 Plätze waren zwar „vorhanden“, spielen in der Berechnung aber keine Rolle. Zusammen mit den 32 Tiefgaragenplätzen, die nach dem 0,8er- Schlüssel für die 40 neuen Mieter errichtet werden müssen, wäre man so am Ende auf insgesamt 110 Plätze für 242 Wohnungen gekommen.

Nachbesserung nötig

Doch es kam noch dicker, denn die unter dem Neubau geplante Tiefgarage bot nur Platz für gut 80 Pkw. Zusammen mit 17 Außenparkplätzen hätte es nun für 242 Wohnungen nur noch 97 Stellplätze gegeben, also rund 20 weniger als vor dem Bau – bei zugleich 40 Familien mehr im Quartier. Was für ein Zahlensalat!

Doch die Schiffszimmerer haben die Kritik der Anwohner ernst genommen und nach einer „bautechnisch gangbaren und wirtschaftlich vertretbaren Lösung“ für mehr Stellplätze gesucht, wie Birka Friedrich, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, betont. Die Lösung sieht so aus: 20 zusätzliche Plätze in der Tiefgarage durch sogenannte „Doppelparker“. Das heißt: Je zwei Fahrzeuge teilen sich per Liftsystem einen Stellplatz.

„Ein Stapelpark-Stellplatz wird voraussichtlich 50 bis 70 Euro im Monat kosten, so Birka Friedrich. „Im Ergebnis bieten wir somit für 242 Wohnungen künftig 117 Stellplätze an.“ Und diese Anzahl erfülle die gesetzliche Vorschrift der Hamburger Bauordnung. sun

 

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