Die ersten Bewohner sind in das Flüchtlingsdorf an der Lokstedter Höhe eingezogen - es muss noch viel improvisiert werden

Angenehm überrascht

Nach der ersten Aufregung wollen viele Bürger den Flüchtlingen helfen

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Der Mann vom Wachdienst ist einer der gefragtesten Helfer. Er spricht Russisch und kann daher Fragen der Flüchtlinge übersetzen.

 

Wenige Tage, nachdem auf der Parkplatzfläche nahe der U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark 90 Container aufgestellt worden waren, zogen die ersten Flüchtlinge in die Notunterkunft an der Lokstedter Höhe – überwiegend Familien aus Tschetschenien. In der ersten Woche wohnten etwa 60 Menschen in den kleinen Wohnkammern, 80 weitere Flüchtlinge kamen in der zweiten Wochen hinzu.

Der Betreiber der Unterkunft, das städtische Dienstleistungsunternehmen Fördern und Wohnen (F + W), hatte anfangs keine Übersetzer vor Ort und so musste improvisiert werden: Ein russischsprachiger Wachmann schrieb in Kyrillisch die Zeiten für die Mahlzeiten auf einen Zettel, der kopiert und ausgehängt wurde.

Alles braucht seine Zeit

Der erste Eindruck machte Mut: Kinder liefen lachend umher, malten mit Kreide auf den Asphalt, ein Junge spielte Fußball. Eine Gruppe Männer stand in der Ecke, rauchte, unterhielt sich.

„Mein Kind ist krank, ich bin krank. Wie lange bleiben wir hier?“, fragte eine Frau mit einem Baby auf dem Arm. Holger Nuss, F+W-Sozialmanager, bat sie per Übersetzer um Geduld. Es sei eine Notsituation, alles dauere ein bisschen. F + W ist mit drei Mitarbeitern vor Ort: Sozialmanager Nuss, eine Kollegin für die Verwaltung, ein Fachmann fürs Technische. Essen wird von einem Caterer angeliefert.

Nach der ersten Aufregung um die eilig beschlossene Unterkunft haben sich viele Bürger, Initiativen und Einrichtungen aus dem Umfeld bereit erklärt, zu helfen. „Ich bin angenehm überrascht, wie positiv die Menschen aufgenommen wurden“, sagte Nuss, bat aber um Geduld, da sich die Bewohner des Containerdorfs erst einmal einleben sollten.

Spenden wie Kleidung oder Spielzeug könnten aus Platzmangel gar nicht gelagert werden. Wie es weitergeht, was gebraucht wird und getan werden kann, soll ein Runder Tisch klären, der sich heute um 19.30 Uhr das erste Mal mit engagierten Bürgern vor Ort trifft. cv

 

Runder Tisch

 

Viele Bürger und Einrichtungen wollen helfen – dafür wird es einen Runden Tisch geben, an dem Engagierte beraten, wie die Flüchtlingen am besten unterstützt werden können. Das erste Treffen findet am heutigen Mittwoch, 19.30 Uhr, vor Ort statt.  Infos dazu gibt es beim Bezirksamt Eimsbüttel unter Telefon 42801  2053            .

 

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