Klartext: Politiker nehmen Stellung

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Eickhoff, Direktorin Kursana Residenz Hamburg: Im Zuge des demografischen Wandels wird die Zahl pflegebedürftiger Menschen stark zunehmen. Studien prognostizieren einen dramatischen Mangel an Betreuungskräften. Gibt es Strategien, wie die Politik dieser Entwicklung begegnen will?

 

Rüdiger Kruse, CDU: Mit der „Demografiestrategie“ hat die Bundesregierung 2012 erstmals eine Gesamtstrategie zum demografischen Wandel und zur Pflege verfasst. Für die nächsten drei Jahre hat die Bundesregierung eine jährliche Steigerung der Pflege-Fachkräfte um zehn Prozent vorgesehen. Für diese Ziel haben CDU/CSU und FDP unter anderem die Umschulung zur Altenpflege für Seiteneinsteiger erleichtert, eine Ausbildungsverkürzung für Pflegekräfte mit Vorkenntnissen und ein Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen verabschiedet. Diese guten Ansätze müssen in den nächsten vier Jahren weiter verfolgt werden.


Niels Annen, SPD:
Wir brauchen eine umfassende Pflegereform, mit einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ei­­ner besseren Finanzierung der  Pflegeversicherung. Mit einer Pflege-Bürgerversicherung wollen wir als SPD die Pflege gerechter und verlässlicher finanzieren. Als ersten Schritt wollen wir den Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozent erhöhen. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu treten, sind die Länder gefragt. In Hamburg ist zum Beispiel im August eine Ausbildungsumlage in Kraft getreten.

Anna Gallina, Bündnis90/Die Grünen: Um den Pflegekräften die Anerkennung entgegenzubringen, die sie verdienen, und einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wollen wir den Pflegeberuf besser anerkennen und bezahlen sowie die Arbeitsbedingungen verbessern. Wir setzen uns für angemessene Personalschlüssel, den Abbau von Bürokratie und bessere Aufstiegs-Chancen ein. Zudem brauchen wir mehr Ausbildungsplätze in der Pflege. In der Pflegeausbildung plädieren wir für eine Ausbildungsumlage in allen Bundesländern und für eine dauerhafte Regelung zur Finanzierung des dritten Umschulungsjahres.

Burkhardt Müller-Sönksen, FDP: Ich wehre mich gegen Bestrebungen, dass künftig nur noch Abiturienten eine Pflegeausbildung machen dürfen. Die FDP will stattdessen die Anerkennung und Entwicklungsmöglichkeiten der Pflegeberufe verbessern. Um auch in Zukunft eine gute Versorgung im Krankheits- oder Pflegefall zu gewährleisten, brauchen wir leistungsgerechte Vergütungen und gute Arbeitsbedingungen. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Qualifizierung möglichst vieler Menschen und die gesteuerte Einwanderung von Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland im Gesundheitsbereich arbeiten möchten.

Kersten Artus, die Linke: Diese Strategien in der Politik gibt es, sie sind nur sehr unterschiedlich. DIE LINKE will eine solidarische Bürgerversicherung. Sie würde eine gerechtere Form der Beteiligung an Pflegekosten bedeuten, weil alle Einkommen herangezogen würden und die Beitragsbemessungsgrenze Schritt für Schritt aufgehoben würde. Der Beitragssatz würde dann sinken. Die Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung gehört in eine Vollversicherung umgewandelt. Private Vorsorge verbessert nur die Rendite der Versicherungskonzerne. Auch der „Pflege-Bahr“ gehört wieder abgeschafft. Wir sind zudem für eine Mindestpersonalbemessung in der Pflege und für eine Umsetzung des neuen Pflegebegriffs auf die Bewertung der Pflegezeiten und Pflegeleistungen.

 

 

Termine zur Wahl

 

 

Infostände

SPD-Infostand Do. 12.9., 10 bis 12 Uhr mit Niels Annen und ehem. Bürgermeister Ortwin Runde, Wochenmarkt Tibarg, Niendorf; Sa., 14.9., 10 bis 12 Uhr Tibarg, Niendorf; 10.30 bis 12.30 Uhr Siemersplatz, Lokstedt; 10 bis 14 Uhr Frohmestraße, Schnelsen

CDU-Infostand mit Rüdiger Kruse, Fr., 13.9., 10 Uhr, Wählingsallee, Schnelsen; Sa., 14.9., 10 bis 12 Uhr, Grelckstraße, Lokstedt und Frohmestraße, Schnelsen; 11 bis 13 Uhr Tibarg, Niendorf

FDP-Infostand Sa. 14.9., 10 bis 13 Uhr, Tibarg, Niendorf

Infostand der Grünen, Sa., 14.9., 10 bis 13 Uhr, ab 11.30 Uhr mit Anna Gallina auf dem Tibarg, Niendorf

Infostand der AfD Alternative für Deutschland, Sa., 14.9., 11 Uhr, Tibarg 21, Niendorf; Mi., 18.9., 11 Uhr, Grelckstraße, Wochenmarkt, Lokstedt

Veranstaltungen


Aktion zur Massentierhaltung
(Straßentheater der Grünen Jugend) mit Direktkandidatin Anna Gallina am Fr., 13.9., 17 bis 20 Uhr, Fanny-Mendelssohn-Platz, Eimsbüttel

 

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