Halten die Tradition hoch Sie gehören zu den letzten Mitgliedern des Geflügelzuchtvereins von 1913: (v.l.) Peter Huß, Sigrid Gutmann und Günther Consbruch

Als Geflügelzüchter keine Zukunft?

Einer der ältesten Vereine Niendorfs zählt in seinem einhundertsten Jahr nur noch vier Mitglieder

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Sie sind nur noch zu viert, doch sie halten die Tradition hoch: Auch im 100. Vereinsjahr treffen sich die Mitglieder des Rassegeflügelzucht-Vereins Schnelsen-Niendorf-Lokstedt immer noch regelmäßig.

 

Was früher den Eigenbedarf der ganzen Familie deckte, hat heute Seltenheitswert: Hühner im Garten. Dafür hat kaum noch jemand Platz. Oder es fehlt an der Toleranz der Nachbarn, die sich mit dem Hahnenschrei am frühen Morgen nicht anfreunden wollen. Und natürlich bringen die Tiere Arbeit und Pflichten mit sich – darüber kann auch das Frühstücks-Ei am Morgen nicht immer hinwegtrösten.

Sigrid Gutmann sieht das ganz anders. Seit die Wochenblatt-Mitarbeiterin vor 25 Jahren mal eine Reportage über die Rassegeflügelzüchter gemacht hat, ist sie selbst mit viel Spaß dabei.

Buten-Niendorfer

Doch weil die Mitglieder schon lange keinen Nachwuchs mehr finden, bildet die Niendorferin nun gemeinsam mit Peter Huß aus Schnelsen das Schlusslicht eines Vereins, der zu den ältesten in der Region zählt. Und den es vielleicht auch schon nicht mehr gäbe, wären da nicht Udo Kirchner aus Brunsbüttel, der sich dort 40 bis 50 Deutsche Zwerghühner hält, und Günther Consbruch aus der Nähe von Kellinghusen mit zahlreichen Rassehühnern, Zwerg-Enten und Brieftauben.

Klönschnack in Niendorf

Beide sind schon vor Jahren weggezogen, weil sie nur auf dem Land weiter ihrem Hobby nachgehen konnten. Alle zwei Monate nehmen sie die lange Fahrt auf sich, um sich mit den beiden Hamburger Freunden im Kiebitzeck bei „Victor’s“ zum Klönschnack zu treffen.

Der Vorsitzende Udo Kirchner ist schon vor Jahren aus Niendorf weggezogen, weil er hier kein Geflügel mehr halten konnte

Das Lokal ist schon „ewig“ Treffpunkt des Vereins, der am 12. September 1913 gegründet wurde und in den guten Jahren 30 Mitglieder zählte. Damals gab es noch große Schauen mit edlen Hühnern, Enten, Tauben. Unvergessen auch das Hähne-Wettkrähen auf den Niendorfer Stadtteilfesten.

Im 100. Vereinsjahr ist daran nicht mehr zu denken: Nur die Buten-Hamburger verfügen noch über einen größeren Bestand an Tieren. Bei Sigrid Gutmann schart der Hahn noch zehn Rassehühner um sich, während Peter Huß gar keine Tiere mehr hat, aus alter Verbundenheit aber weiter gerne dabei ist.

Wer dazu beitragen möchte, die Tradition der Geflügelzucht zu erhalten, ist sehr willkommen. Interessierte erfahren mehr beim Vorsitzenden Udo Kirchner unter Telefon 04855/8046. sun

 

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