Neue Wachen?

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Daniel Dahlke ist Vorsitzender des Hamburger Berufsverbandes der Feuerwehr und besorgt um die Sicherheit der Bürger: Die Randgebiete der Stadt gelten als „unterversorgt“. Der Niendorfer fordert den Bau von sechs neuen Feuer- und Rettungswachen – eine davon in Niendorf.

 

„In vielen Teilen der Stadt kann die Feuerwehr nicht gewährleisten, dass sie in den geforderten acht Minuten am Einsatzort ist“, so Dahlke, der selbst zu jenen Bürgern gehört, die mit diesem Risiko heute schon leben müssen.

Die nächstgelegene Wache der Berufsfeuerwehr befindet sich in Stellingen. Sie betreut auch Niendorf, Schnelsen und Lokstedt, Teile der A7 sowie Altona-Nord, Bahrenfeld, Eidelstedt und Eimsbüttel. Das Team fährt rund 1  600 Einsätze pro Jahr – darunter bis zu 700 Brände, bei denen jede Sekunde zählt und die viel Kraft kosten.

Knapp besetzt war die Wache schon immer, doch nun soll noch ein Fahrzeug abgezogen werden. Damit stünden nur noch zehn Mann für Einsätze bereit. „Viel zu wenig für ein Gebiet, in dem fast 200 000 Menschen leben“, mahnt der Verbandschef und blickt besonders besorgt nach Norden: Schnelsen liegt etwa sechs Kilometer von der Stellinger Wache entfernt und hat mit IKEA, Modezentrum, Messehalle und Krankenhaus ein hohes Gefahrenpotenzial. Diese Einrichtungen können nicht in der vorgeschriebenen Zeit erreicht werden. Zeit, die Leben kosten kann.

Daniel Dahlke

An der Misere ist aber nicht die Umstrukturierung Schuld, in der die Berufsfeuerwehr gerade steckt. Schon zuvor galten die Randgebiete als „unterversorgt“ –  wie sehr, das zeigte ein Gutachten zur Erstellung des Strategiepapier 2010: Es fehlt schon lange an allen Ecken und Enden Personal – und die Wege sind zu weit.

Die Zeit drängt

Das Papier enthält Lösungen, nur mag offenbar niemand eine Entscheidung treffen. „Was wir hier sehen, ist das Ergebnis der seit Jahren andauernden Sparpolitik. Es muss endlich Geld für Neubauten und für Personal in die Hand genommen werden“, fordert Daniel Dahlke. Der Verbandschef setzt nun auf eine öffentliche Diskussion – in der Hoffnung, dass dann der Innensenator Stellung beziehen wird, „wie und wann er die Sicherheit in allen Teilen Hamburgs gewährleisten will.“

Auch das Niendorfer Wochen-blatt hat Michael Neumann diesbezüglich um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort blieb er bis zum Redaktionsschluss schuldig. sun

 

Hauptberuflich – Ehrenamtlich

 

Der Brandschutz in Hamburg funktioniert nur deshalb, weil die Berufsfeuerwehr (BF), die in Städten mit mehr als 100  000 Einwohnern durch hauptamtliche Einsatzkräfte gestellt werden muss, vor Ort von den Freiwilligen Feuerwehren (FF) tatkräftig unterstützt wird. So auch in Niendorf, Schnelsen, Lokstedt. Allerdings sind diese Männer und Frauen in der Regel anderweitig berufstätig und erhalten für ihre freiwilligen und ehrenamtlichen Einsätze keinen Lohn; sind dafür aber auch nicht ständig verfügbar.  

 

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