Die Bauarbeiten am Siemersplatz werden immer mehr zum Problem für die Geschäftsleute

Hilferufe vom Siemersplatz

Geschäftsleute wenden sich mit offenem Brief an Wirtschaftssenator Frank Horch

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„Der Groll in uns wächst und wächst und wir stehen täglich ohnmächtig davor.“ Mit einem dramatischen Brief wenden sich 35 Geschäftsleute rund um den Siemersplatz in Lokstedt an Wirtschafts-Senator Frank Horch. Durch die Baumaßnahmen zur Busbeschleunigung sehen sie ihre Existenz gefährdet.

 

Ihre Kunden könnten die Geschäfte kaum noch erreichen, Parkplätze und Tiefgarageneinfahrten seien teilweise zugestellt, die verlegten Bushaltestellen und die Straßenüberquerung insbesondere für ältere Passanten problematisch – die Geschäftsleute am Siemersplatz empfinden die monatelangen Behinderungen durch die Großbaustelle als existenzbedrohend.

Das Schreiben von Hörgeräte-Akustikerin Ingrid Rix und 34 weiteren Betroffenen, darunter neben Einzelhändlern auch ein Lebensmittel-Discounter, eine Apotheke und Gastronomen, liegt in Kopie auch Bürgermeister Olaf Scholz und der Bauleitung vor.

Das Traditionsgeschäft Feinkost Behrmann hatte nach mehr als 100 Jahren aufgrund der Einschränkungen durch die Baustelle bereits Ende Juni geschlossen. Einbußen von 15 bis 60 Prozent müssen die Gewerbetreibenden teilweise aufgrund der Behinderungen vor Ort hinnehmen. Auch die eingeschränkte Verkehrsführung sowie Staus, die aufgrund regelwidrigen Abbiegens entstehen würden viele Kunden abschrecken. Letzteres ist der Polizei bewusst, sie muss aber kapitulieren – Kontrollen würden nur noch mehr Staus verursachen.

Unbürokratische Hilfe

Die Geschäftsleute werfen den Verantwortlichen vor, die Auswirkungen der Baumaßnahmen verharmlost zu haben und bitten Wirtschaftssenator Horch um schnelle und unbürokratische Hilfe. Sie fordern, dem „Alptraum“ durch erhöhte Arbeitskapazitäten, Wochenend- und Nachtarbeit ein schnelles Ende zu bereiten.

Planmäßig sollen die Bauarbeiten bis Ende Oktober dauern. Sollte die Situation sich nicht schnell verbessern, so behält sich die Initiative rechtliche Schritte vor.

Merkwürdig: Obwohl Ingrid Rix den Brief als Einschreiben an den Senator schickte, heißt es aus der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation auf Nachfrage des Niendorfer Wochenblattes zu den Forderungen der Geschäftsleute: „Beim Senator ist kein Brief eingegangen. Insofern können wir auch inhaltlich keine Stellung dazu abgeben.“ mf

Eine Umfrage unter den Gewerbetreibenden am Siemersplatz

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