Eimsbüttels Politiker reden Klartext

Eimsbütteler Direktkandidaten beantworten Fragen der Wochenblatt-Leser

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Nur noch viereinhalb Wochen sind es bis zur Bundestagswahl am 22. September. Bis dahin stellen sich in jeder Ausgabe des Niendorfer Wochenblattes die Eimsbütteler Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Grüne, FDP und der Linken jeweils der Frage einer Leserin oder eines Lesers. Diesmal geht es um das Thema Gesundheit und Medizin. löv

 

Dr. Anne Kathrin Kloth, Zahnärztin aus Niendorf:

„In den Parteiprogrammen der jetzigen Oppositionsparteien kann jeder lesen, dass das Gesundheitssystem in Richtung einer sogenannten Bürgerversicherung verändert werden soll. Wie sich dies jedoch auf die zahnmedizinische Behandlung (z. B. auch Prophylaxeleistungen und Zahnersatz) des einzelnen Patienten auswirkt, ist etwas, was mich als Niendorfer Zahnärztin, aber sicher auch meine Patienten, interessiert.“

 

Rüdiger Kruse, CDU: Die Weiterentwicklung des jetzigen Systems, aus gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV), halte ich für den richtigen Weg. Der Vorteil des bestehendes Systems ist die medizinische Innovationskraft, die aus dem Wettbewerb zwischen GKV und PKV entsteht. Zudem ist vielen Arztpraxen durch die Verdienste mit PKV-Patienten erst eine gute Versorgung der GKV-Patienten möglich. Die Nachteile der  Bürgerversicherung sehe ich in den erhöhten Bürokratiekosten und verfassungsrechtlichen Problemen bei einer möglichen Einführung.

 

Niels Annen, SPD: Die Bürgerversicherung der SPD soll das duale Vergütungssystem, das bei der Abrechnung einen Unterschied zwischen privaten und gesetzlich Versicherten macht, durch ein einheitliches Versicherungs- und Versorgungssystem ersetzen. Grundlage hierfür ist der GKV-Leistungskatalog. Die Bürgerversicherung zahlt Präventionsmaßnahmen und sichert eine medizinische Grund-, jedoch keine Maximalversorgung. So wird es nach wie vor sinnvoll sein, z.B. eine Zahnzusatz-Versicherung zu haben. Für bestehende Versicherungen gilt aber Bestandsschutz.

 

Anna Gallina, Bündnis90/Die Grünen: Die Bürgerversicherung soll eine Krankenversicherung von allen für alle sein. Sie bringt uns dem europäischen Standard näher. Die Finanzierung der Bürgerversicherung ist gerechter und nachhaltiger; alle Einkommen werden dazu herangezogen – auch die Einkommen aus Vermietung und Verpachtung sowie Gewinne.

Mit dieser soliden Finanzbasis können wir dauerhaft wichtige Präventions- und Behandlungsangebote, auch im zahnmedizinischen Bereich sicherstellen. Wir wollen keine Einheitskasse, sondern einen Qualitätswettbewerb der Krankenkassen.

 

Burkhardt Müller-Sönksen, FDP: Genauso wie Sie bin ich besorgt mit Blick auf die Pläne der Opposition! Die FDP steht für ein freiheitliches Gesundheitssystem, das Solidarität und Eigenverantwortung verbindet. Wir sind gegen eine zentralistisch gelenkte Staatsmedizin. Vielmehr muss das Wohl der Patienten im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung stehen. Wahlfreiheit für den Bürger bleibt die Maxime liberaler Gesundheitspolitik. Einer Einheitskasse mit Einheitsversorgung für den Einheitspatienten, wie es die Opposition vorschlägt, erteilen wir eine Absage.

 

Kersten Artus, Die Linke: Zähne im Mund dürfen kein Luxus sein. Aber immer mehr Menschen können sich keinen vernünftigen Zahnersatz mehr leisten. Die Honorare der Zahnärztinnen und Zahnärzte sind seit Jahren durch Gebührenerhöhungen von Schwarzgelb gestiegen. Die  Linke will die medizinische Versorgung auf eine stabile und gerechte Grundlage stellen – mit einer solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung. Die Festbetragsregelungen beim Zahnersatz wollen wir abschaffen und stattdessen das Sachleistungsprinzip wieder herstellen.

 

Termine zur Wahl

 

Infostände

Infostände SPD Sa. 24.8.,

10 bis 12 Uhr Passage am Brunnen, Niendorf-Nord; 10.30 bis 12.30 Uhr Siemers- platz, Lokstedt; 10 bis 14 Uhr (ab 13 Uhr mit Niels Annen) Frohmestraße, Schnelsen

 

Infostand FDP Sa. 24.8.,

10 bis 13 Uhr, Tibarg, Niendorf

 

Infostand Bündnis 90/Die Grünen mit Anna Gallina, Sa., 24.8., 11 bis 13 Uhr,
Tibarg, Niendorf

Veranstaltungen

Klönschnack mit Roland Heintze und Rüdiger Kruse (CDU), Do., 22.8., 19.30 Uhr, im Black Bean, Tibarg 32c, Niendorf, Anmeldung unter Tel. 59450036

 

Kandidaten-Hearing aller Eimsbütteler Direktkandidaten Di., 27.8., 19 bis 21 Uhr,

Gymnasium Bondenwald, Bondenwald 14b, Niendorf

 

FDP-Fraktionsempfang mit dem Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen und Katja Suding (Bürgerschaft), Sa., 7.9., 14 bis 16 Uhr, Fraktionsbüro Lokstedter Steindamm 10, Anmeldung bis 3.9. unter Tel. 55 55 55 50 

 

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