Es geht los Teresa Ehlers und Förster Sven Wurster mit einem der Bauschilder, die auf die Maßnahmen im Gehege hinweisen

Paradies für Molche

Im Niendorfer Gehege werden elf neue Teiche angelegt

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In dieser Woche halten Bagger Einzug ins Niendorfer Gehege. Aber keine Sorge, sie bringen Gutes: Um Molchen und anderen Amphibien optimale Lebensräume zu bieten, werden im Wald elf neue Teiche angelegt.

Im Niendorfer Gehege und in der benachbarten Feldmark sind neben Grasfröschen und Erdkröten auch Teich- und Bergmolche sowie Kammmolche gesichtet worden, was schon eine Besonderheit ist: „Hamburg ist verpflichtet, die Bestände der kleinen Lurche zu erhalten und zu entwickeln. Daher werden nicht nur bestehende Gewässer entkrautet, sondern auch neue angelegt“, sagt Teresa Ehlers, die im Bezirksamt Eimsbüttel seit zwei Jahren mit den Plänen befasst ist. 

Mit dem Bau des ersten Teiches – dem noch eine Kampfmittel-Sondierung vorausgeht – wird im Damwild-Gehege direkt an der Revierförsterei begonnen. Förster Sven Wurster ist begeistert von dem Vorhaben, weil es für das Gehege eine ökologische Aufwertung bedeutet. Ähnlich sieht es Dieter Siebeneicher von der Nabu-Bezirksgruppe: „Mit der Neuanlage der Teiche bleibt den Amphibien, die das Gehege als Sommerlebensraum nutzen, im Frühjahr die gefährliche Straßenpassage erspart.“ Er hofft, dass die Laichgewässer gut angenommen werden und sich neue Populationen bilden. Neue Teiche sind auch auf der Wiese am Spielplatz und in der Nähe des Ponyhofs geplant sowie am Lokstedter Holt, an der Obstwiese am Röthmoorweg und an Bahngleisen nahe der Kollau. So steht den Tieren am Ende ein ganzes Netz an Gewässern zur Verfügung, die jeweils etwa 100 Quadratmeter groß und 0,5 bis 1,3 Meter tief sein werden. 


Streng nach Vorschrift

Zum Schutz der Natur und der Tiere ist bei den Baumaßnahmen alles streng geregelt, etwa welche Wege die LKW nehmen dürfen, die Material anliefern oder Aushub abfahren. Und wo eine Teichabdichtung notwendig ist, geschieht dies ganz natürlich mit Lehm. Nach dem Ausbaggern und dem Modellieren der Kuhle erledigt die Natur den Rest: Grund- und Regenwasser befüllen den Teich und auch die Vegetation sprießt in der Regel von allein. Bis Jahresende soll das Anlegen der neuen Teiche weitgehend abgeschlossen sein, während die Arbeiten an den vorhandenen Gewässern voraussichtlich erst im August 2014 beginnen werden. Finanziert wird das Ganze übrigens nicht mit Steuergeldern, sondern aus dem Sondervermögen für Naturschutz und Landschaftspflege der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. sun

 

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