Tschüs, Linden: Vorsichtig wurden die Bäume ausgegraben und für den Transport nach Wilhelmsburg fertig gemacht

Die fünf Lokstedter Linden ziehen nach Wilhelmsburg

Dem Schredder von der Schippe gesprungen, aber für den Stadtteil verloren

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Lange hatte „Aktives Lokstedt – Verein zur Begrünung des Siemersplatzes“ für die fünf Linden gesammelt. Jetzt mussten sie dem Busbeschleunigungsprogramm weichen.

 

Am frühen Morgen rückte die Gartenbau-Firma Joachim Ehmcke & Söhne am Siemersplatz an und pflanzte die Linden aus. Rund 28 000 Euro hatten die Bürger von „Aktives Lokstedt – Verein zur Begrünung des Siemersplatzes“ im Jahr 2011 für die Anpflanzung auf dem Grünstreifen in der Osterfeldstraße gesammelt. Da hier zukünftig die Linksabbieger aus der Innenstadt Richtung Stellingen entlang geleitet werden, mussten sie weichen.

Die Bäume gehen zurück an den Verein Aktives Lokstedt und konnten so vor dem Schredder bewahrt werden. Anders als ursprünglich geplant finden sie ihren neuen Standort jedoch nicht auf dem Gelände des Wibo-Werks (das Wochenblatt berichtete) sondern auf der Fläche des wiederhergestellten Kleingartenvereins 723 Niedergeorgswerder Deich in Wilhelmsburg.

Gestutzt

Für Gartenfachmann Bernd Ehmcke ist das Umpflanzen „ein symbolischer Akt. Die Bäume sind verwurzelt und festgesetzt, wir müssen gucken, wie viele Wurzeln wir retten können und zum Ausgleich das Volumen der Baumkronen verkleinern. Eine Umpflanzung in dieser Jahreszeit ist schwierig.“

Zusammen mit dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) habe man jedoch beschlossen, die Umpflanzung zu versuchen.

Friseur Paul Schneider hat die Aktion mit dem Lokstedter Gewerbeverein Kaufleute & Co. abgesegnet. Er ist froh, wenn die Bäume überleben. In Wilhelmsburg sollen sie direkt neben dem Vereinshaus ihren neuen Standort finden. Dort werden sie auf eine Fläche zur Ausgleichspflanzung für Bäume gesetzt, die im Zuge der Altlastensanierung des Geländes weichen mussten. Die erfahrenen Gärtner der Firma Ehmcke übernehmen für drei Jahre die Pflege der Pflanzen. „Wir müssen sie gut im Auge behalten“, erläutert Ehmcke. Lokstedter, die ihre Linden in Augenschein nehmen möchten, finden sie unterhalb des „Giftberges“ am Niedergeorgswerder Deich in Wilhelmsburg. Am Siemers-
platz sollen nach Abschluss der Bauarbeiten Akazien folgen. mf

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