Die Helfer aus Lokstedt Jann Lach, Nina Kagerah, Bennet Lehmann, Tobias Ahlers, Lars Tannert und Arnd Peter Habeck (v.li.) waren gemeinsam mit drei weiteren Kameraden 72 Stunden lang non-stop im Einsatz

Lob für die Fluthelfer

Im Elbhochwasser-Einsatz

Archiv| Views: 259

So anstrengend die Einsätze beim Elbhochwasser für die Fluthelfer der Freiwilligen Feuerwehren und des THW auch waren, so positiv sind die auch Erfahrungen.

 

„Als wir am 10. Juni nachts Richtung Dresden aufbrachen, stellte ich mich darauf ein, wie 2006 beim Hochwasser irgendwo draußen an der Elbe im strömenden Regen Sandsäcke zu füllen und an den Deich zu schleppen“, sagt Jann Lach. Doch als der Feuerwehrmann aus Lokstedt nach zehn Stunden unbequemer Fahrt müde aus dem Fahrzeug kletterte, staunte er nicht schlecht: Der Einsatzort lag in der historischen Altstadt von Dresden – ein schönes Stück Elbufer, auch wenn das Wasser unaufhörlich stieg.

Zwar mussten Lach und seine acht Kameraden auch hier Sandsäcke schleppen und Dämme errichten, um ein Hotel und eine Schule vor dem Elbwasser zu schützen, aber wenigstens schien die Sonne. Und die Feuerwehrleute blieben nicht allein: „Eine Frau brachte uns pausenlos Kaffee, andere versorgten uns mit Essen. Dynamo Dresden baute Grills auf und es gab jede Menge alkoholfreies Bier und Cola“, berichten Nina Kagerah und Tobias Ahlers. Dank dieser Fürsorge der Anwohner hielten alle durch, auch wenn keiner in den drei Tagen auf mehr als sechs Stunden Schlaf kam.

Am meisten beeindruckt hat sie alle aber die Vielzahl der Helfer, die über Facebook mobilisiert nach Dresden kamen, um den Feuerwehrleuten zur Hand zu gehen. „Schnell haben wir gelernt, das soziale Netzwerk für unsere Zwecke zu nutzen“, so Bennet Lehmann. „Ich brauchte nur zu posten, dass ich 100 Leute für eine Kette zum Sandsack-Transport suche und wenn ich mich umdrehte, stand sie schon.“ „So konnten wir uns auf den Bau der Dämme konzentrieren“, ergänzt Lars Tannert. „Ohne die vielen Mit-Helfer hätten wir den Einsatz nicht so erfolgreich abschließen können“, fasst Arnd Peter Habeck den 72 Stunden-Einsatz der Hamburger Feuerwehrleute zusammen, zu denen auch fünf Mann aus Schnelsen zählten, während aus Niendorf neun Helfer zur Deichverstärkung ins Amt Neuhaus fuhren.

Die Arbeitgeber

Inzwischen sind die meisten von ihnen wieder zurück im Job. Und wo der eine oder andere Chef erst verhalten reagiert hatte, als er erfuhr, dass sein Mitarbeiter spontan für drei Tage wegen des Feuerwehreinsatzes nicht zur Arbeit kommen würde, so ernteten die meisten am Ende Lob dafür – vor allem dann, wenn sie in der Zeitung oder im Fernsehen zu sehen waren.

Das THW

Beim Technischen Hilfswerk sind die Helfer noch lange nicht mit ihrer Arbeit fertig ­  gerade ist erneut ein Trupp mit Hochleistungspumpen von Lokstedt aus an die Elbe gestartet. „Unsere Helfer werden dort noch mehrere Wochen im Einsatz sein“, schätzt Ulrich Lehmann, der Öffentlichkeitsbeauftragte des THW Eimsbüttel. sun

 

Benefizkonzert für die Flutopfer mit Rolf Zuckowski, Corny Littmann, Stefan Gwildis, Mary Roos, Sasha, Gunter Gabriel, Annett Louisan, Bill Ramsey uvm. So., 23.6., Spielbudenplatz, St. Pauli, Eintritt frei, um großzügige Spenden wird gebeten

 

Comments are closed.