Die Häuser am Grandweg sollen aufgestockt werden, die Mieter wissen nichts von den Plänen

Leerstand in Lokstedt

Mieter im Grandweg bleiben im Ungewissen über ihre Zukunft

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Was passiert mit den Wohnblocks Grandweg 52 – 54 und An der Lohbek 4 – 6? Bereits 15 Wohnungen stehen hier leer, die Mieter werden im Ungewissen gelassen und mussten im Winter ohne Heizung ausharren.

 

Die verbliebenen Mieter der Ende der 50er Jahren erbauten Häuser sind verunsichert über ihren Verbleib. Die Wohnblocks gehören der Potenberg Dienstleistungsgesellschaft für Haus- und Grundbesitz mbH. Es gab Gerüchte um Abriss-Absichten, woraufhin einige sich eine neue Bleibe suchten. „Wir haben nie eine offizielle Stellungnahme  erhalten, was mit den Wohnblocks passieren soll“, so eine Mieterin (Name ist der Redaktion bekannt), die seit 1986 im Grandweg 52 lebt. Die Anlage verödet. Gardinen an den Fenstern und Namen an den Klingelschildern können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die zugehörigen Wohnungen längst unbewohnt sind.

Zu einer Kraftprobe kam es in den vergangenen beiden Wintern für die Mieter, darunter viele alte Menschen und Kleinkinder, die  tagelang in eiskalten Räumen unter Heizungsausfällen litten. „Eine alte Dame legte sich sogar in der Küche vor den offenen Backofen“, so ein Mieter aus dem Grandweg 52. Die Bewohner protokollierten die Ausfälle und wandten sich mehrfach an die Firma Potenberg. Diese bestreitet, sie habe die „Mieter dauerhaft in der Kälte sitzen“ gelassen. Dem Mieterverein zu Hamburg ist ein solches Verhalten als „kalte Entmietung“ bekannt. Laut Bezirksamt Eimsbüttel plant der Eigentümer eine umfassende Sanierung. Darüber hinaus sollen die Häuser um ein Vollgeschoss aufgestockt  und durch Dachgeschossausbau neuer Wohnraum geschaffen werden. Darüber, ob sie während der Baumaßnahmen im Haus verbleiben können und ob nach der Modernisierung Mietsteigerungen auf sie zukommen, sind die Mieter im Ungewissen.

Auch über den Baubeginn ist ihnen nichts bekannt. Die Firma Potenberg war gegenüber dem Niendorfer Wochenblatt nicht zu einer Stellungnahme bereit. Anwohner haben Widerspruch gegen die Aufstockung eingelegt. Das Bezirksamt Eimsbüttel ließ die Wohnungen mittlerweile be­sichtigen und kommt zu dem Ergebnis, dass diese „zwar renovierungsbedürftig, jedoch nach dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz mängelfrei sind. Es wird in absehbarer Zeit zu klären sein, ob eine Anordnung zur Zwischenvermietung erfolgen soll.“ mf

 

Rechtsgrundlage

 

Die Novellierung des Hamburger Wohnraumschutzgesetzes sieht vor, dass

Leerstände ab vier Monaten den Bezirksämtern angezeigt werden müssen.

Bei Zweckentfremdung können Strafen bis zu 50  000 Euro verhängt werden. Sehr lange leer stehende Wohnungen können  einem Treuhänder übergeben werden

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