Als Kontrast zum Autolärm im Tunnel soll der Deckel ein Ort der Ruhe für Picknicks, Spaziergänge und Erholungszwecke sowie malerische Kleingärten (li.) sein. Einige Kritiker sehen darin ihren Wunsch nach Parkplätzen nicht ausreichend berücksichtigt. Foto: Pola Berlin

Deckel sorgt für Stau

Im Planungsabschnitt Schnelsen soll der Bau 2014 beginnen

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Anwohner und Autofahrer müssen sich in den nächsten Jahren auf zahlreiche Beeinträchtigungen gefasst machen, wenn ab 2014 mit dem Ausbau der A7 und der aufwändigsten Lärmdeckelung einer Autobahn in Deutschland begonnen wird.

 

Entsprechend groß war das Interesse an einer Info-Veranstaltung, auf der die Projektplaner den rund 250 Teilnehmern erstmals Auskunft über die geplanten Abläufe und Zeitschienen im Planungsabschnitt Schnelsen gaben. „Dieses Bauvorhaben ist die einmalige Chance, die Zerschneidung des Stadtteils durch die A7 zu heilen. Aber so schön der Deckel hinterher auch aussehen wird, er kommt nicht über Nacht“, machte Klaus Franke, Leitender Baudirektor der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, deutlich.

Grundsätzlich sollen die Einschränkungen aber so gering wie möglich gehalten werden. „Wir bauen alles unter laufendem Betrieb“, erklärte Ulrich Krentz von der Planungsgesellschaft Deges. Der Ausbau des 4,3 km langen Abschnitts zwischen der Landesgrenze und dem Autobahndreieck Nordwest von vier auf sechs Fahrspuren und der Bau des 560 Meter langen Tunnels südlich der Anschlussstelle HH-Schnelsen zwischen Frohmestraße und Heidlohstraße beginnt 2014 mit der provisorischen Verbreiterung der Ostseite. Ab 2015 soll dort der gesamte Verkehr über je vier auf 3,25 Meter eingeengte Fahrstreifen abgewickelt werden. Währenddessen wird die Westseite komplett neu gebaut und überdeckelt, anschließend ist die Ostseite an der Reihe.

Staus und Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn und den umliegenden Straßen werden dann trotz aller Vorkehrungen zum Alltag gehören. Ab und an kommen weitere Hürden dazu, beispielsweise wenn die Autobahnbrücken in der Frohmestraße und der Heidlohstaße abgerissen werden und der Verkehr kurzzeitig auf die Nebenstraßen ausweichen muss.                   

Das Interesse an Einzelheiten zum Bauablauf war enorm: Trotz des Champions-League-Halbfinales kamen rund 250 Zuhörer zum Infoabend ins Freizeitzentrum Schnelsen

Im Planungs-

abschnitt Schnelsen

beginnt 2014 der

Bau des A-7 Deckels

Besondere Geduld wird auf der Oldesloer Straße im Bereich der AS Schnelsen-Nord gefragt sein. Durch den Neubau der Brücke bei fließendem Verkehr werden die Fahrstreifen für die Dauer von vier Jahren von vier auf zwei reduziert. Das Links­abbiegen wird im Kreuzungspunkt nicht mehr möglich sein. Hinzu kommt 2016 die Sperrung der Anschlussstelle Schnelsen in Richtung Süden  für 18 Monate. Die Abfahrt Richtung Norden wird 2017 für vier Monate dicht sein. Zur Ruhe kommen die Schnelsener erst wieder ab 2018, wenn Lärmschutztunnel und -wände den Verkehrslärm aus ihrem Stadtteil verbannen und auf dem Deckel eine große Wiesenfläche mit baumbestandener Promenade und einem Kleingartenpark entsteht. Der Entwurf stammt von Landschaftsarchitekt Jörg Michel (Pola Berlin). löv

 

Weitere Infos unter http://hamburgerdeckel.hamburg.de

 

Die Finanzierung:

 

Die Gesamtkosten werden auf 700 Millionen Euro geschätzt. Ausbau der A 7 und gesetzlich vorgeschriebener Lärmschutz wird aus dem Bundeshaushalt finanziert (vordringlicher Bedarf). Hamburg beteiligt sich an den Kosten für die ergänzenden Deckel-
abschnitte, die über den Lärmschutz hinaus einen städtebaulichen Nutzen haben. Ausbau, Unterhalt und Betrieb der A7 im Abschnitt AS Neumünster Nord bis südlich AD Hamburg-Nordwest soll ein privater Investor übernehmen. Je nach Ausführungsqualität und Verfügbarkeit der Autobahn erhält er eine leistungsabhängige Vergütung (ÖPP-Verfügbarkeitsmodell). Vier große nationale Konzerne haben sich bislang beworben. Der Zuschlag soll im Frühjahr 2014 erteilt werden.

 

Planungsabschnitt Schnelsen: Erwartete Maßnahmen (gekürzt)

 

2013: Bau von Leitungsbrücken in Heidlohstraße und Frohmestraße, Leitungs-Umverlegungen Oldesloer Str.

2014: Provisorische Verbreiterung der Ostseite der A7 (Richtung Norden), Abriss der Brücken 

Baumaßnahmen im nachgeordneten Straßennetz:

Ertüchtigung Wunderbrunnen, zusätzliche Fahrspur am Schleswiger Damm, Behelfsbrücken Heidlohstraße und Frohmestraße

2014-2018: Oldesloer Straße (Bereich AS HH-Nord): ein Fahrstreifen pro Richtung, kein Linksabbiegen im Kreuzungspunkt

2015: Ertüchtigung der Kreuzungen Holsteiner Chaussee/Halstenbeker Straße und Frohmestraße/Wendlohstraße

2016-2017: Autobahn Schnelsen: Sperrung der Auffahrt Richtung Süden, Ableitung über B4, Auffahrt am Autobahn-Dreieck Nordwest

2017: AS Schnelsen: Sperrung der Abfahrt Richtung Norden

2018: Geplante Fertigstellung des Bauabschnitts Schnelsen

2018-2019: Errichtung von Park­anlagen und Kleingärten auf dem Deckel

 

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