Diskussion um ein brandaktuelles Thema: Ines Schwarzarius und Marc Schemmel, die Vorsitzenden der SPD Niendorf, begrüßten Hamburgs Justiz- und Gleichstellungsbeauftrage Jana Schiedek (r.)

Die Quotenfrau

SPD Niendorf diskutiert mit Senatorin Schiedek

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Eine besondere Aktualität hatte der Diskussionsabend mit Justiz- und Gleichstellungssenatorin Jana Schiedek, zu dem die SPD Niendorf vergangene Woche eingeladen hatte.

 

Zwei Tage bevor der Bundestag über die Hamburger Gesetzesinitiative zur Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten entscheiden sollte, war mit Schiedek eben jene Frau zu Gast, die diesen Entwurf im letzten Jahr erfolgreich in den Bundesrat eingebracht und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. „Das ist ein schöner Zufall“, schmunzelte die Senatorin. Sie selbst habe erst zwei Wochen zuvor von dem Abstimmungstermin erfahren.


Sie ist unverzichtbar

Die 39-jährige ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Quote für unverzichtbar hält. Nie habe es besser ausgebildete und höher qualifizierte Frauen als heute gegeben. Bereits 2001 sei mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Förderung der Chancengleichheit vereinbart worden. Doch nachhaltig verändert habe sich nichts. „Ohne eine verbindliche Regelung sind wir in 40 Jahren noch nicht viel weiter!“


Ein fauler Kompromiss

Nun sei die Chance gekommen, ein Gesetz zur Geschlechtergerechtigkeit zu beschließen. Schiedek konnte da noch auf die nötige Mehrheit im Bundestag mit Stimmen aus dem CDU-Lager hoffen. Gleichwohl ahnte sie bereits, dass es zu einem „faulen Kompromiss“ kommt: Um die Abweichlerinnen in den eigenen Reihen auf Parteilinie zu bringen, beschloss die CDU lediglich, eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent ab 2020 in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Dennoch kann sich Jana Schiedek damit trösten, dass das ehemalige „Nischenthema“ nun stark im Fokus steht. löv

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