Mein Nachbar, der Gigant

Neubauvorhaben verunsichert und verärgert die Anwohner

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Da Niendorf kaum Potenziale für große Neubauvorhaben hat,
wird hier in erster Linie „nachverdichtet“. Was das im Einzelfall bedeuten
kann, das erfahren einige Niendorfer gerade am eigenen Leib. Immer mehr kleine
Einfamilienhäuser werden von gigantischen Mehrfamilienklötzen umzingelt.

 

So wurde im Ohmoorring hinter den Grundstücken Nummer 78-84
ein Waldstück gerodet, um Platz zu schaffen für ein Mehrfamilienhaus. Dass dort
gebaut werden könnte wussten die Anlieger. Doch was nun auf sie zukommen soll,
macht sie fassungslos.

So soll das geplante Gebäude erdrückend hoch werden – mehr
als 16 Meter; beginnend mit einer oberirdisch angelegten Tiefgarage, gefolgt
von zwei Vollgeschossen sowie drei Dachgeschossen, die dem Haus dank kaum noch
wahrzunehmender Dachneigung die Wirkung eines fünf- bis sechsgeschossigen
Klotzes verschaffen.

Für den direkt angrenzenden Nachbarn Christian Knigge und
seine Frau Irina hätte das zur Folge, dass dann kein Sonnenstrahl mehr den
Garten des kleinen Flachdachbungalows erreichen würde – ganz zu schweigen von
der kompletten Verschattung der Wohnräume.

Als Sprecher der betroffenen Anwohner haben die Knigges
sofort Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingereicht – doch die Bagger sind
schon angerückt. Knigge moniert, dass sich das Bauamt nicht an die Zusage
hielt, ihn bei Einreichung des Bauantrags zu benachrichtigen – nur so hätte er
seine Bedenken ohne Zeitnot äußern können.

Widerspruch eingelegt

Und Einwände hätte er viele, angefangen bei der Höhe des
Hauses in einem Gebiet, das laut Bebauungsplan eine nur zweigeschossige
Ausweisung hat, über den Abstand zu den Nachbargebäuden und deren drohende
Verschattung bis hin zu der Befürchtung, dass die beabsichtigte Überbauung bei
Regen auf den ohnehin moorigen Grundstücken zunehmend zu Überschwemmungen
füh­ren wird. Jetzt hofft Christian Knigge, dass Gerichte und Behörden auf
seinen Widerspruch sehr schnell reagieren, und auf die Unterstützung aus der
Bezirkspolitik.

Dazu Marc Schemmel (SPD): „Es darf nicht der Eindruck
entstehen, dass Politik und Verwaltung hinter verschlossenen Türen gegen
geltendes Recht und berechtigte Anliegerinteressen Bauprojekte durchdrücken,“
sagt er, der  für mehr Transparenz sorgen
möchte. sun

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