Was passiert am Siemersplatz?

Großbaustelle Siemersplatz wird zur Durchhalteprobe für die dortigen Geschäftsinhaber

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Wann beginnen die Baumaßnahmen für die
Busbeschleunigungsspur und welche Einschränkungen bringen sie mit sich? Welche
und wie viele Bäume müssen weichen? Viele Lokstedter Anwohner und
Geschäftsleute fühlen sich schlecht informiert.

 

Am 14. März sollte
Daniel Scheer vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) auf
Einladung des Bürgerhauses Lokstedt über die geplanten Baumaßnahmen berichten.
Doch der Termin wurde nach Intervention von Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde
für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) abgesagt mit der Begründung,
Bürgerinnen und Bürger hätten sich in öffentlichen Sitzungen über den
Planungsstand informieren können.

21 Wochen Bauzeit

Peter Otto vom Bürgerhaus Lokstedt vermutet, dass Bürgerbeteiligung
bewusst verhindert werden soll: „Ich bin enttäuscht von der
Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. Der Plan im Internet ist nicht aussagekräftig
und wir kennen weder den genauen Starttermin noch wissen wir, welche
Umbaumaßnahmen geplant sind.“

Auch betroffene Geschäftsleute wie Optiker Helmut Sadler,
Bäcker Krüger von der Konditorei Hagelstein und Liese Lu von Fang Fang
Ge­schenke kennen weder den genauen Baubeginn noch deren Auswirkungen.  Laut BWVI wird die Bauphase insgesamt 21
Wochen von Mitte Mai bis Ende Oktober dauern. Während dieser Zeit werden die
Parkplätze vor der Ladenzeile am Lokstedter Steindamm nicht benutzbar sein. Für
die Kaufleute ist das fatal.

Anlieger fühlen sich unzureichend informiert

 
„Die
Saure-Gurken-Zeit im Sommer wird dann noch saurer. Ich  muss mir überlegen, ob dieser Standort noch
Sinn hat“, so Torsten Henck von Feinkost Behrmann. Mit der Schließung des mehr
als 100 Jahre alten Traditionshauses würde der Siemersplatz noch mehr an
Attraktivität einbüßen.

Mittel zur Attraktivitätssteigerung des Platzes in Höhe von
175 000 Euro wurden vor drei Jahren vom Bezirksamt  bereitgestellt. Passiert ist bisher nichts.
Baumaßnahmen sind erst nach Abschluss der Busbeschleunigungsarbeiten zu erwarten.

Abschiedsbrief an einen Apfelbaum, der schon zur Abholzung markiert ist

Da der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer mit der
Umsetzung beauftragt wurde und offensichtlich keine Abstimmung mit dem
Bezirksamt stattfindet, müssen Anwohner und Kaufleute vielleicht bald erneut
mit einer Baustelle leben.

Um den Informationsfluss kümmern sich nun Lokstedter Bürger.
Dr. Kay Petersen, Geschäftsführer des Wibo-Werkes plant mit dem Gewerbeverein
Kaufleute & Co. vor Beginn der Baumaßnahmen eine Info-Veranstaltung für die
Geschäftsleute.

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation kündigte
an, die Anwohner dann jedoch drei bis vier Wochen vor Baubeginn schriftlich zu
informieren. mf

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