Nummernrätsel auf dem Tibarg

Ein Zahlenchaos mit historischen Wurzeln

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Die Suche nach der richtigen Hausnummer ist auf dem Tibarg
gar nicht so einfach. Da liegt schon mal der Tibarg 7 genau gegenüber der
Adresse Tibarg 30 – und das hat historische Gründe.

 

Wer zum Beispiel in der Mitte der Einkaufsmeile Hausnummer
17 erblickt, würde üblicher Weise gegenüber Nummer 18 vermuten. Diese befindet
sich allerdings am südlichen Straßenzipfel. Noch dazu liegen manche
Hauseingänge an einem Seitenarm.

Kompliziert ist es auch im südlichen Teil. Hier gehören
einige Gebäude zum Niendorfer Marktplatz und tragen diesen Namen auch im
Adressfeld. So hat die Sparda-Bank-Filiale nicht etwa die Adresse Tibarg 1,
sondern Niendorfer Marktplatz 10. Die wahre Nummer 1 des Tibargs findet sich
erst nach der Passage zum Brunnen, die 2 hingegen gibt es einfach gar nicht.
Gegenüber der 1 liegt nämlich die Nummer 20.

Besonderheiten wie diese sind aber ein Zeugnis von Niendorfs
Historie. Stadtteilchronist Horst Moldenhauer klärt auf: „Früher war der Tibarg
vor allem durch weniger Bebauung und größere Bauernhöfe geprägt, von denen
viele im zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Nach 1945 entstanden auf den großen
und oft auch nun geteilten Grundstücken Behelfsläden und später kamen nach und
nach neue Wohn- und Geschäftshäuser dazu. Alles rückte enger zusammen und das
veränderte die komplette Struktur.“

Wie es zu den räumlichen Verschiebungen aufgrund alter und
neuer Bauten kam, wird an der Durchfahrt vom Niendorfer Kirchenweg zu den
südlichen Tibarg-Parkplätzen deutlich. Auf dem großen Grundstück des einstigen
Gehöfts wurde das Wohn- und Geschäftshaus als Nummer 1 neu errichtet. Dahinter
verbirgt sich aber in zweiter Reihe noch immer das bestehen gebliebene Wohnhaus
des Hofs mit der Hausnummer 3.

Große Schilder, bitte

An der Geschichte des Nummernrätsels ist nicht mehr zu
rütteln. Sie macht den Tibarg auch einzigartig. Große und deutliche
Nummernschilder würden aber die Suche nach dem richtigen Eingang erleichtern.
Leider mangelt es teilweise daran und das verkompliziert Rettungseinsätze oder
Kurieranfahrten und ärgert Kunden. Deshalb appelliert die Arbeitsgemeinschaft
Tibarg an alle Grundeigentümer, gemäß den Vorschriften deutlich von der
Einkaufsstraße sichtbar beleuchtete Hausnummernschilder anzubringen. So lassen
sich Eingänge 21 und 19 dank ihrer großen Beschilderung prima finden, auch wenn
sie ums Eck auf dem mittigen Tibarg liegen.

Damit das Zahlen-Labyrinth der beliebten Einkaufsmeile keine
Sympathiepunkte kostet, hat der BID Tibarg an drei Stellen Infotafeln mit einem
Lageplan aufstellen lassen. Im Süden beim neuen Brunnen, in der Mitte beim
Blumenrondell und vor dem Center findet somit jeder Besucher das von ihm
gewünschte Ziel. moe

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