Trauriger Rest Die Naturschützer kritisieren die geplante Bebauung des letzten Waldstücks in der Peter-Timm-Straße

Das letzte Stück Wald

Naturschützer kritisieren das geplante Bauvorhaben in Schnelsen

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Die beabsichtigte Bebauung des Waldstücks an der Peter-Timm-Straße in Schnelsen mit 35 Wohneinheiten stößt bei den Naturschützern auf Ablehnung.

„Diese Waldfläche zwischen Holsteiner Chaussee und AKN war ursprünglich eine kleine Naturoase zwischen Industrie- und Wohngebiet“, sagt Dieter Siebeneicher von der NABU- Stadtteilgruppe Eimsbüttel. Von dem Wald, der einst eine Fläche von 1,8 Hektar umfasst haben soll, ist nur noch ein Drittel übrig: das Biotop an der Peter-Timm-Straße, in dem nun laut B-Plan Schnelsen 89 gebaut werden soll.


Fledermaus-Heimat

„Damit geht – nachdem bereits seit 2010 viele Bäume nach und nach gefällt wurden – auch das letzte Rückzugsgebiet für Tiere verloren“, sagt Peter Marahrens von der Schnelsener Bürgerinitiative „Erhalt den Wald“. Siebeneicher ergänzt: „2011 wiesen wir hier mittels Bat-Detektor Zwergfledermäuse nach, für die die Lichtungen zwischen den Baumkronen ein ideales Jagdrevier sind.“

Das sieht Kerstin Graupner von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt aufgrund der Gutachten zum Baumbestand und zur Fauna etwas differenzierter: „Das Gebiet wird von Fledermäusen ausschließlich zum Jagen genutzt, sie haben hier keine dauerhaften Quartiere“, sagt sie und nimmt auch zu anderen Tierarten Stellung: Für die Gartengrasmücke (Singvogel) könne relativ schnell ein Ausgleich geschaffen werden, das Vorkommen des Hirschkäfers sei hier eher unwahrscheinlich, da es die zur Fortpflanzung wichtigen alten morschen Eichenstubben nicht gäbe und auch für die Waldeidechse sei dies kein typischer Lebensraum. Insgesamt sei der ökologische Wert des Wäldchens durch Hundebesitzer, Spaziergänger und Gartenmüll-Abkipper deutlich eingeschränkt. Graupner erklärt, dass nach einem adäquaten Ausgleich für das Wäldchen noch gesucht werden.


Park auf Deckel

Im Übrigen sei diese Fläche, die durch Entwicklung und Veräußerung mit zur Finanzierung des A7-Deckels beitragen soll, ursprünglich als Park geplant gewesen. Da dieser nie realisiert wurde, werde  der Park nun auf dem A7-Deckel entstehen, „und der wird dann zentral allen Schnelsener Bürgern zur Verfügung stehen.“ Die öffentliche Auslegung der Pläne für das Baugebiet soll im letzten Quartal des Jahres erfolgen.     sun

 

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