90 Sozialwohnungen sollen auf der ehemaligen Betriebsfläche am Riekbornweg entstehen

Sozialwohnungen bleiben Mangelware

Ein Drittel der Sozialwohnungen verlieren in den nächsten vier Jahren die Bindung an den Mietpreis

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In Hamburg eine Sozialwohnung zu
finden, wird seit Jahren immer schwieriger: Es fallen viel mehr weg als neu
gebaut werden können. In Niendorf, Lokstedt, Schnelsen ist die Lage auch nicht
rosig.

 

In den letzten 20 Jahren ist die
Zahl der Sozialwohnungen im Bezirk Eimsbüttel um mehr als die Hälfte
geschrumpft: von 20835 im Jahr 1993 auf jetzt noch 7308 Wohneinheiten (WE). Auf
Schnelsen entfallen davon 1912 WE, auf Lokstedt 1248, auf Niendorf 832.

Von diesen insgesamt 3992
Sozialwohnungen fällt gut ein Drittel in den nächsten vier Jahren aus der
Bindung. Das bedeutet, dass die Wohnungen bei einem Mieterwechsel an
„jedermann“ vermietet werden können und auch die Miethöhe frei vereinbart
werden kann.

Neubauten 2012-2014

Höchste Zeit also, darauf zu
reagieren, damit sich auch Geringverdiener das Wohnen in Zukunft noch leisten
können – die Aussichten sind derzeit aber alles andere als rosig. Nach Aussage
des Eimsbütteler Bezirksamtes wurden im Jahr 2012 im Bezirk insgesamt 1223 WE
genehmigt; 105 davon sind öffentlich gefördert. Davon befinden sich 16 in
Lokstedt und 10 in Schnelsen. Niendorf ging leer aus. Und das bleibt vorerst
auch so, denn der Bezirk rechnet bis 2014 mit mehreren Bauanträgen der SAGA
GWG, die in erster Linie das Kerngebiet betreffen werden: Eimsbüttel,
Hoheluft-West und Harvestehude, einige aber auch in Eidelstedt und Schnelsen.

Baubeginn erst 2014

So sind im Riekbornweg rund 90
öffentlich geförderte WE geplant. Dafür müssen die alten Betriebsgebäude
weichen – der Abriss ist vor wenigen Tagen erfolgt. Baubeginn ist aber
frühestens 2014. Dabei sind diese 90 WE nur ein Tropfen auf den heißen Stein,
denn bis 2017 fallen alleine in Schnelsen 342 Wohnungen aus der Bindung. Was im
Stadtteil sonst noch geplant ist, bezieht sich auf den Bau von Einzel- und
Doppelhäusern wie im seit Jahren umstrittenen B-Plan Schnelsen 79 (nördlich
Klaus-Nanne-Straße) oder im neuen B-Plan-Entwurf Schnelsen 92, der am
Kettelerweg auf den rückwärtig gelegenen Flächen (zwischen Holsteiner Chaussee
und Voßkamp) 25 Reihenhäuser und 7-10 Wohnungen vorsieht. Und wieder nichts für
Geringverdiener. sun

 

Quelle: Statistik-Amt Nord,
Stadtprofil 2012

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