Christian Nellsen kennt die Wege in Schnelsen wie seine Westentasche

7,5 Kilometer pro Tag

Wegewart Nellssen hat Schnelsens Wege im Visier

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Christian Nellssen ist einer von
neun Wegewarten im Bezirk Eimsbüttel. Er beaufsichtigt 58 Kilometer öffentliche
Wege in Schnelsen und ist auch für Eidelstedt zuständig. Täglich geht er
mindestens 7,5 km ab.

 

Für den sportlichen Mann von der
bezirklichen Wegeaufsicht gibt es zu jeder Jahreszeit viel zu tun. Aktuell
kommen täglich neue Meldungen über Schlaglöcher rein, doch so dramatisch wie in
anderen Bezirken stellt sich die Lage hier nicht dar: „Die meisten Straßen sind
im Vergleich zu den letzten Wintern in einem noch guten Zustand – und das ist
mit ein Verdienst unserer aufmerksamen Wegewarte“, zeigt sich Jennifer Schröder
vom Fachamt Management des öffentlichen Raums zufrieden.

Sie ist dabei, als Nellssen in
Schnelsen am Beispiel eines Schlaglochs die übliche Vorgehensweise erklärt. Er
zückt Kamera, Notizbuch und Zollstock und misst: „Das hier ist noch nicht tief
genug“, sagt er nach der Begutachtung und stuft es als „nicht dringlich“ ein.
Erst ab 8 cm Tiefe wäre es eine „akute Gefahrenstelle“.

„Im Moment wäre es ohnehin zu kalt
für das nachhaltige Ausbessern solcher Schäden“, sagt der Wegewart, der mehr
als +5° C dafür braucht.

250 Euro für ein Loch

Solange noch mit Frost zu rechnen
ist, hätte ein schnelles Zuschütten den gleichen Effekt wie ein Zahn-
Provisorium: Schon bei der geringsten Belastung fliegt alles wieder raus. Etwa
250 Euro kostet die fachgerechte Einzelreparatur. „Würde man dieses Loch jetzt
schließen, wäre es eine reine Schönheitsreparatur und dafür hat die Stadt kein
Geld“, sagt Nellssen und erinnert daran, dass es „letztendlich unsere
Steuergelder sind, die hier verschwendet würden“.

In Kürze sollen die Wegewarte mit
Tablet-PCs ausgerüstet werden. Mit diesen digitalen Erfassungsgeräten können
sie die Schäden vor Ort in Wort und Bild erfassen. Damit sollen bessere
Auswertungen möglich sein, um das knappe Budget effektiver einsetzen zu können
und die jährlichen Bauprogramme besser auf den realen Bedarf abzustimmen.

Die Schlagloch-Thematik ist aber
nur eine Aufgabe von vielen, für die ein Wegewart verantwortlich ist (s.
Kasten). In nächster Zeit werden Sie, liebe Leser, mehr darüber erfahren. sun

 

Aufgaben des Wegewartes

 

Meldungen über Schlaglöcher und
Schäden an Wegen und Straßen bitte an den Wegewart, Tel.42801-3458

 

Überwachung/Kontrolle von:

Verkehrssicherheit auf Fahrbahnen,
Geh- und Radwegen, Nebenflächen; Verkehrsbeschilderung und Wegezubehör wie
Pfosten, Fußgängerschutzgitter, Fahrradbügel usw.; Gehwegüberfahrten und
Grundstückseinfriedungen

Arbeiten von Leitungsträgern,
Aufgrabungen, Sondernutzungen

Wegereinigung, die von Anliegern
durchzuführen ist, inklusive Winterdienst

Durchführung kleinerer
Unterhaltungs- und Wiederherstellungsarbeiten an Wegen und Straßen; Herstellen
von Gehwegüberfahrten (bei Firmeneinsatz Aufmaß und Abrechnung der Arbeiten mit
fachtechnischer Feststellung)

 

Bei akuten Gefahrenzuständen:

Veranlassung der sofortigen
Beseitigung oder Sperrung der Gefahrenstelle durch Einsatz/ Anweisung von
Regiekräften oder Firmen in Abstimmung mit der Polizei

 

Was muss ein Wegewart können?

 

Berufsausbildung im Hoch- bzw.
Tiefbau oder eine Facharbeiterausbildung als Steinsetzer/Straßenbauer, gutes
Durchsetzungs- sowie Urteilsvermögen zum Erkennen von
Schadens-/Gefahrenzuständen, EDV-Kenntnisse, Fahrerlaubnis BE/C1E und die
verwaltungsinterne Wegewart-Ausbildung (3 Monate)

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