Halten das neu strukturierte Zeugnis in den Händen: Sven Werneyer, Bianca Sauer und Lisa Röhling (alle 16) von der Julius-Leber-Stadtteilschule

Fauler Zeugnis-Zauber

Eltern kritisieren Zusammenfassung der naturwissenschaftlichen Noten

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Anfang Dezember haben die Eltern
der Julius-Leber-Schule einen Brief erhalten. Darin wurde ihnen mitgeteilt,
dass in den Hamburger Stadtteilschulen gemäß dem im August 2011 aktualisierten
Bildungsplan die fünf Fächer Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Technik
im „Lernbereich Naturwissenschaften“ zur verbindlichen Erprobung
zusammengefasst werden sollen.

 

Wenn diese Woche die Zeugnisse
herausgegeben werden, wird deshalb nur noch eine Durchschnittsnote aus diesen
fünf Fächern gebildet. Zwar werden die Einzelnoten weiterhin aufgeführt, aber
für die Berechnung des Notendurchschnitts und die Ausgleichsregelungen soll nur
der Mittelwert herangezogen werden. Die Elternschaft reagierte mit
Unverständnis auf diese „viel zu kurzfristig erteilte“ Information. Hauptgrund
für die Kritik ist, dass die Schüler künftig weniger Möglichkeiten haben, eine
schlechte Note auszugleichen, weil dafür nur noch eine Durchschnitts- statt
bislang mehrere Einzelnoten zur Verfügung steht. „Wir befürchten, dass die
Schüler auf diese Weise um ihre Motivation und vor allem um wichtige
Ausgleichsnoten für bessere Schulabschlüsse gebracht werden“, so Elternratsvorsitzender
Uwe Goldhammer. Außerdem werde eine Vergleichbarkeit von Leistungen erschwert,
da die gemittelte Note für den Lernbereich Naturwissenschaften zwischen vier
und 16 Wochenstunden umfassen könne – je nachdem, welchen Schwerpunkt ein
Schüler lege.

Änderung wird geprüft

Ende des Monats wird es ein
Gespräch zwischen dem Elternrat und der Schulbehörde geben. Dort hat man die
Problematik aber offenbar bereits erkannt. Zurzeit wird eine Änderung des
Bildungsplans für die Stadtteilschule und eine entsprechende No­vellierung der
Ausbildungs- und Prüfungsordnung zum kommenden Schuljahr geprüft. löv

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