Blick nach vorn Für seine Profikarriere kickt Colin Heins seit drei Jahren in Schnelsen und sieht seine Eltern nur am Wochenende

Erst Profifußballer, dann Journalist

FC St. Pauli-Talent plant für die Zukunft

Archiv| Views: 817

Tausende Jungs in Deutschland
haben den Traum vom Profifußball. Für Colin Heins könnte er wahr werden. Der
18-Jährige besucht die Julius-Leber-Schule in Schnelsen und kickt für den  FC St. Pauli.

 

Schon als Kind war Fußball sein
Ein und Alles. Er kickte im Heimatverein in Wilstedt (Niedersachsen) und
natürlich sah er auch beim Training seines älteren Bruders beim Jugendkader von
Werder Bremen zu. Letztlich schafft er es selbst ins Nachwuchsteam des
Bundesligisten und erlebte Einzigartiges. „Das Größte war unser WM-Finale, wo
wir im Stadion Old Trafford in Manchester gegen Sao Paolo spielten. Leider
haben wir zwar in der Verlängerung mit 1:3 verloren, aber die Kulisse war
spektakulär“, so der 18-Jährige.

Schnelsener Schüler

Als er bei Werder vom Mittelfeld
in die Verteidigung wechseln soll, reift in Colin der Entschluss zum Wechsel
und bei einem Testspiel überzeugt er den FC St. Pauli sofort. Im dritten Jahr
nun kickt er für die Kiezkicker und gleichzeitig auch für die
Julius-Leber-Schule. Denn hier wird das Auswärts-Talent als Bewohner des
naheliegenden Jugend- Leistungszentrums am Brummerskamp unterrichtet. „Unser
Schulteam gewann letztes Jahr die Weltmeisterschaft“, berichtet der Spieler
stolz.

Für seine Zukunft als Profispieler
ist sein Wochenplan straff strukturiert. Zweimal pro Woche wird für die Schule
trainiert, viermal um 18 Uhr für den Verein. Da der Stundenplan auf die
Pauli-Nachwuchskicker zugeschnitten ist, hält sich der Stundenausfall in
Grenzen. Zudem bekommen die Jungs im eigenen Raum ab 13.30 Uhr Essen und werden
von Nachhilfelehrern betreut. „Momentan liegt mein Notendurchschnitt bei einer
guten Zwei“, so Colin stolz. „Nebenbei“ spielt er auch noch Basketball,
beschäftigt sich viel mit Musik, fährt gern in den Surf-Urlaub.

Nun bereitet er sich aufs Abitur
vor, bestreitet für den St. Pauli sein letztes Jugendjahr. Kommt danach die U23
beim Kultverein? „Das ist möglich“, so Colin. Ein Jahr College-Fußball in
Amerika fände er aber auch interessant. „Auf jeden Fall ist es mein Traum,
Profifußballer zu werden“, sagt er. Doch der junge Mann plant auch darüber hinaus,
hat seinen zweiten Berufswunsch fest im Visier: „Ich will Journalist werden.“
Auf den Geschmack gekommen ist er durch die Abendblatt-Aktion „Schüler machen
Zeitung“. „Ich werde mich auf jeden Fall um Praktika bemühen. Denn als
Fußballer brauche ich einfach den Ausgleich.“ moe

Comments are closed.