Nach dem Umbau der Bait-ul-Rasheed-Moschee hat die Pinneberger Straße ein neues optisches Highlight

Ein Ort des Friedens

Oberhaupt der Ahmadiyya Gemeinde weiht umgebaute Moschee ein

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Früher war sie so unscheinbar, dass man achtlos an ihr vorbeifuhr. Nach neunmonatigem Umbau der Außenfassade ist die Bait-ul-Rasheed-Moschee nun ein Schmuckstück an der Pinneberger Straße.

 

Schon von Weitem fallen die bei Dunkelheit blau leuchtenden Minarettkuppeln auf. Die neuen Ziertürme ragen 14 Meter hoch in den Himmel. Arabische Schriftzeichen mit deutscher Übersetzung schmücken die weiße Fassade. In dem ehemaligen Fabrikgebäude treffen sich die Mitglieder der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) bereits seit fast 20 Jahren zum Gebet.

Doch außer den Gemeindemitgliedern wusste bislang kaum jemand davon. Schon gar nicht, dass es sich bei diesem Gebäude flächenmäßig um eine der größten Moscheen Hamburgs handelt. Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte der aus Spendengeldern finanzierte Umbau dazu beitragen, das Image der Hinterhofmoschee abzulegen und als Glaubensgemeinschaft öffentlicher zu werden. Denn Offenheit ist den Anhängern der Ahmadiyya, die für einen liberalen und friedliebenden Islam eintreten, sehr wichtig. „Jeder Mensch, der in unserer Moschee beten, meditieren oder sich ausruhen möchte, ist herzlich willkommen“, betonte Pressesprecher Fazal Khokhar in seiner Begrüßung anlässlich der Einweihungsfeier und zitierte aus dem Koran: „Wer diesen Ort betritt, hat Frieden!“

Die friedliche Lehre des Islam hinsichtlich der Liebe und Loyalität zum Heimatland thematisierte Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad in seinem Vortrag

Um die Voraussetzungen für eine friedliche Gesellschaft ging es auch im Vortrag des Ehrengastes. Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad, fünfter Kalif der AMJ, weihte die Minarette ein und referierte über die friedliche Lehre des Islam hinsichtlich der Liebe und Loyalität zum Heimatland. Als Antwort auf den Vorwurf, eingewanderte Muslime seien einem demokratisch legitimierten Staat gegenüber nicht loyal, da für sie das Gesetz Gottes höherrangig sei, formulierte der Kalif eindeutig, dass es sogar eine Anordnung im Islam sei, dem jeweiligen Land gegenüber loyal zu sein und den geltenden Gesetzen Folge zu leisten. Jedwedes rebellische Verhalten gegenüber dem Staat, in dem man lebe, lehnte er ausdrücklich ab. Stattdessen sprach er sich für Liebe, Brüderlichkeit und das gegenseitige Respektieren von Gefühlen als Voraussetzung für den Frieden in der Welt aus. löv

 

Ahmadiyya Muslim Jamaat:

 

Die 1889 gegründete Reformgemeinde umfasst nach eigenen Angaben Millionen von Anhängern in mehr als 190 Ländern. Allein in Hamburg leben rund 2.300 Mitglieder. Bereits 1957 eröffnete die AMJ in Stellingen die Fazle-Omar-Moschee. Eines ihrer Hauptanliegen ist die Wiederherstellung des friedliebenden und toleranten Islam, wie er zu Zeiten des Religionsstifters Muhammad praktiziert wurde. Bei der Verfolgung ihrer Ziele lehnt die AMJ jede Form von Gewalt ab. Als einzige Gemeinschaft im Islam wird die AMJ seit mehr als 100 Jahren durch ein spirituelles Khilafat (Kalifentum) geleitet.

 

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