Im Rimbertweg wollen die Lehrerbau und Buchdrucker Genossenschaften nachverdichten Foto: mf

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Anwohner sind verärgert

B Plan: Weniger Wohnungen in höheren Gebäude

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Im Stadtplanungsausschuss wurde der aktualisierte Bebauungsplan Lokstedt 67 vorgestellt. Anwohner kritisieren, dass ihre Überarbeitungswünsche weitgehend unberücksichtigt blieben.

 

Der Bebauungsplan Lokstedt 67 sieht auf der 4,2 Hektar großen Fläche zwischen Lohkoppelweg, Rimbertweg und Ansgarweg eine massive Nachverdichtung mit ursprünglich 250 neuen Wohnungen vor. Vielen Anwohnern gehen die Planungen in diesem Ausmaß zu weit, ihre Bedenken äußerten sie unter anderem auf einer öffentlichen Plandiskussion im März vergangenen Jahres (das Wochenblatt berichtete). Bedenken bestehen insbesondere hinsichtlich der Anzahl der neuen Wohnungen, möglicher Verschattung, zunehmender Verkehrsdichte, fehlender Infrastruktur, Verlust von Bäumen und mangelnde Vorkehrungen hinsichtlich eines hohen Grundwasserspiegels.

 

Gemeinsamer Antrag

„Die Einwände der Bevölkerung vor Ort sind zum größten Teil nachvollziehbar und sollten zur Überarbeitung der bestehenden Planungen berücksichtigt werden“, hieß es daraufhin aus der Bezirksversammlung, die in einem gemeinsamen Antrag zehn Punkte zur Überarbeitung erstellte. Diese blieben weitgehend unberücksichtigt, wie Anwohner und Bezirkspolitiker am 19. Februar im Stadtplanungsausschuss bei der Vorstellung der aktuellen Planungen erfuhren. Deborah Schmalbach, Sprecherin einer Anwohner-Initiative ist verärgert: „Wir haben sachlich unsere Bedenken vorgebracht. Kein einziger Punkt wurde berücksichtigt. All die Treffen und die öffentliche Plandiskussion, die von unseren Steuergeldern finanziert werden, waren umsonst.“ Schmalbach kritisiert, dass es sich bei dem hohen Grundwasserspiegel „angeblich nur um ein Oberflächenwasserproblem handeln soll. Mein Haus hat nachweislich Risse durch die Grundwasserabsenkung.“ Wegfallen soll vo-raussichtlich die Nachverdichtung der Kaifu-Nordland eG im Rimbertweg 16 – 18. Die Wohnungen, die hier entstanden wären, sollen andernorts aufgestockt werden. Aktuell plant das Bezirksamt mit etwa 160 neuen Wohnungen. „Ferner sind noch weitere 40 Wohnungen möglich“, so Sprecherin Antje Model. Laut Kaifu-Vorstand Dennis Voss möchte die Genossenschaft am Bau der Punkthäuser festhalten: „Alternativplanungen für die Punkthäuser gibt es unsererseits nicht.“ Der Kritik der Anwohner schließen sich auch Bezirkspolitiker an: „Lokstedt wurde in den letzten Jahren stark nachverdichtet, die Anwohner oftmals nicht anständig mitgenommen“, so Carsten Ovens (CDU), der sich für eine Lösung engagieren will, „die allen Seiten gerecht wird“. Hartmut Obens, Fraktionsvorsitzender Die Linke lobt,  „dass die Anwohner nicht pauschal gegen Nachverdichtung angetreten sind, sondern für ein städtebaulich, sozial und verkehrlich vertretbares Ausmaß“, und kritisiert:  „die Nichtberücksichtigung dieser Forderungen zeigt, dass sich die beteiligten Wohnungsbaugesellschaften aus betriebswirtschaftlichen Gründen  über die Interessen und Forderungen ihrer Mitglieder hinwegsetzen und sich letztlich genauso verhalten wie profitorientierte Wohnungsbauunternehmen.“ Die nächste öffentliche Diskussion zum B-Plan Lokstedt 67 ist im April geplant. mf

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