In der Freizeit büffeln Till Kötter ist Abiturient und Student zugleich Foto: moe

Abitur und Parallel-Studium

Bondenwald-Gymnasiast schnuppert dank Stipendium Hochschul-Luft

Archiv| Views: 213

Sein letztes Schuljahr hat begonnen, in dem er sich auf das Abitur vorbereiten wird. Till Kötter (17) geht aber noch einen Schritt weiter – und hat dank seiner Noten und eines Stipendiums parallel schon mit einem Studium angefangen.

 

Bei einer Akademie für Oberstufenschüler wird der junge Lokstedter auf das Angebot der Claussen-Simon-Stiftung aufmerksam, die bereits während der Schulzeit die Aufnahme eines regulären Studiums an einem der 29 Hochschulzentren der FOM Hochschule für Ökonomie & Management ermöglicht. Till wird als einer von elf Stipendiaten aus ganz Deutschland für das diesjährige Förderprogramm „Begeistert für Wirtschaft & MINT“ aufgenommen. „Ich habe Luft aufs Lernen und will Neues kennenlernen und erfahren“, sagt der Schüler des Gymnasiums Bondenwald. Sein Notendurchschnitt liegt bei 1,4 – und am liebsten widmet er sich naturwissenschaftlichen Fächern. „Ich bin besonders an den Nahtstellen zwischen Mensch und Unternehmen oder Maschine und Bau interessiert“, so der Abiturient. Deshalb wird er vor allem Vorlesungen im Wirtschaftsingenieurwesen besuchen. „Meine Eltern sind etwas skeptisch, ob ich das zeitlich alles schaffe“, so Till. Denn immerhin ist seine Freizeit mit Apotheken-Schülerjob, Fußball, Freundin und Freunden und Hip Hop-Dance gut ausgefüllt. „Aber ich pack’ das“, sagt er. Dabei lässt er sich auch von seinem Sprachfehler nicht aufhalten. „Ich stottere seit meinem vierten Lebensjahr, habe aber viel daran gearbeitet und jetzt ist es nur noch selten spürbar“, so Till. Er habe nie unter dem Stottern gelitten – egal wie stark es war. „Ich habe den Sprachfehler nie zum Problem werden lassen. Ich sehe ihn oft sogar als Chance, da die Menschen mir gegenüber durch ihre Reaktion ihre Persönlichkeit zeigen.“

Lange Zeit wollte der Lokstedter eigentlich Pilot werden. Doch davon rückt er mittlerweile ab: „Die Branche leidet unter Lohn-Dumping und die Arbeitszeiten sind nicht mit einer späteren Familienplanung gut vereinbar.“ Außerdem hat er vor einem Jahr den Segelflugschein gemacht, kann also seinen früheren Berufswunsch als private Leidenschaft ausleben.

Wohin ihn sein späterer Weg nun genau führen wird, ist trotz des Abendstudiums nicht genau definiert. „Ich möchte übergreifend agieren und Abläufe koordinieren – dafür könnte das Studium jetzt eine Basis schaffen“, sagt Till. Bei der doppelten Lernbelastung in seinem letzten Schuljahr will er nach dem Abitur erst einmal reisen und vielleicht auch im Ausland arbeiten. Till: „Danach sehen wir weiter und dank des Stipendiums spare ich vielleicht beim späteren Studium etwas Zeit.“ moe

Comments are closed.