„Es ist ja doch sehr hübsch geworden!“

Kritik an Neubaugebiet Schnelsen83 ist weitgehend verstummt

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Die Pläne für das Neubaugebiet „Schnelsen83“ am Königskinderweg stießen in der Nachbarschaft lange Zeit auf wenig Begeisterung. Sogar eine lokale Bürgerinitiative verfolgte die Umwandlung des 2,1 Hektar großen ehemaligen Baumschulgeländes in eine moderne Stadthaus-Siedlung sehr kritisch und kontrovers.

 

Zahlreiche Bäume fielen dem Projekt zum Opfer. Mehrere Investorenwechsel ließen zwischenzeitlich Zweifel aufkommen, ob die 48 Doppel- und Reihenhäuser jemals fertiggestellt würden. Während der Bauphase wurde das Gelände von vielen Märchenviertel–Bewohnern als „Klein-Prora“ verspottet, weil die grauen Rohbauten in ihrem Wohnviertel überdimensioniert wirkten.

Doch inzwischen hat sich die Stimmung gewandelt, die Kritik scheint verstummt. In das Neubaugebiet ist Leben eingekehrt, fast alle Objekte sind vermietet oder verkauft. Viele junge Familien haben sich von der innovativen Architektur und der parkartigen Grünanlage rund um die gründerzeitliche Röhe Villa überzeugen lassen.

Hohe Fenster, viel Licht

So wie Familie Weseloh, die seit November 2014 in einer 135 qm großen Doppelhaushälfte wohnt und die Annehmlichkeiten wie bodentiefe Fenster, Energieeffizienz nach KfW-70-Standard und Eltern-Schlafzimmer mit eigenem Bad und Dachterrasse zu schätzen weiß. „Abzüge gibt es für den nicht vorhandenen Keller“, sagt Vierfach-Mama Katharina. Die Vorzüge überwiegen trotzdem. „Das Viertel ist sehr kinderreich. Hier kann man ohne Verabredung rausgehen und trifft immer jemanden zum Spielen!“ Total bequem: Ihr jüngster Sohn Bruno (2) besucht die in Sichtweite gelegene neue Kita in der Röhe Villa.

Eigene Gärten haben die Stadthäuser nicht. Das gesamte Wohnquartier wird mit weiten Grünflächen, Bäumen und Büschen ohne trennende Zäune parkartig angelegt. Die Hausgrundstücke sind Teil dieser Grünanlage, die allerdings größtenteils noch  Baustellencharakter hat. Ob diese Offenheit Konfliktpotenzial birgt, wenn Nachbarskinder zu dicht an den Terrassen vorbeiflitzen, bleibt abzuwarten.

                 

Gemeinsame Grillabende im Sommer

 

„Bislang ist alles friedlich“, erzählt Martina Duscha, die zu den ersten Bewohnern gehört und bereits einen Sommer im Neubaugebiet mit gemeinsamen Grillabenden und Straßenfest erlebt hat. Ihr 122 qm großes Reihenhaus ist auf drei Etagen top gestylt. Da die Duschas noch Einfluss auf den Grundriss nehmen konnten, ist die Küche zum Eingangsbereich hin offen und das Kinderzimmer von Sohn Ben sehr groß, da zwei Räume zusammengelegt wurden. Ein Engegefühl kommt nicht auf. „Ich bin berufstätig und wollte nie ein zu großes Haus oder einen pflegeaufwändigen Garten“, so die Hausherrin. Sie hofft, dass die Außenanlagen noch schöner werden und ein „Urban-Gardening-Konzept“ realisiert werden kann.

Ansonsten ist sie rundum zufrieden. Auch aus Teilen der alteingesessenen Nachbarschaft kommt Lob. „Natürlich war es schön, früher auf einen Wald zu blicken. Aber das Areal ist ja nun doch sehr hübsch geworden“, sagt eine direkte Anwohnerin. löv

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